Benchmarking, ICT-Trends, Infrastructure

Experton Group veröffentlicht zweite Auflage des “Software Defined/Traditional Networks & Managed Services Vendor Benchmark 2017” für Deutschland

  •  Software Defined Networking (SDN) befindet sich nach wie vor auf dem Vormarsch
  • SD WAN steht vor dem Durchbruch
  • Klassische LAN- und WAN-Service-Angebote sind ausgereift und haben an Attraktivität nicht eingebüßt

Die Experton Group stellt die zweite Auflage ihres unabhängigen Anbietervergleichs „Software Defined/Traditional Networks & Managed Services Vendor Benchmark 2017“ vor. Die Studie evaluiert und bewertet die wichtigsten Anbieter und Dienstleister im deutschen Markt für den Bereich Software Defined Networks, Traditional Networks sowie Managed Services.

Im Zeitraum von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2016 wurden über 100 deutsche Anbieter identifiziert, die entsprechende Produkte und Dienstleistungen offerieren. Letztlich wurden 51 Anbieter für diesen Vendor Benchmark als relevant befunden und für eine detaillierte Analyse und Positionierung ausgewählt.

Folgende Marktsegmente wurden im Rahmen der Studie untersucht:

Marktsegmente

Software Defined Networking (SDN) und Software Defined WAN (SD WAN) stecken in Deutschland nach wie vor in den Anfängen und es gibt viele Endanwender, die noch keine ausreichenden Kenntnisse besitzen. Nichtsdestotrotz haben einige Kunden nicht nur die Vorteile von SDN erkannt, sondern bereits umgesetzt. Dazu haben auch die Integratoren beigetragen, die bereits über Erfahrungen und gut ausgebildete Mitarbeiter verfügen. Außerdem haben einige Dienstleister eigene Laboreinrichtungen mit dem entsprechenden Equipment ausgestattet, um dem Kunden in einer realen Umgebung die Vorteile demonstrieren zu können. Darüber hinaus werden Workshops angeboten, um den Kunden an SDN heranzuführen. Auch SD WAN rückt langsam in das Bewusstsein der Endanwender. Es wird darüber nachgedacht, inwieweit man die teuren MPLS-Anbindungen reduzieren und durch preiswerte sichere WAN-Alternativen ersetzen kann, die parallel betrieben werden können. Die Leitungen können in Echtzeit überwacht, vorübergehende Bandbreitenerweiterungen durchgeführt und über Managementkonsolen Regeln festgelegt werden, wie beispielsweise QoS sowie kritische Anwendungen nur über MPLS zu übertragen, die dann automatisch ablaufen.

Die Managed Services von WAN und LAN haben bereits einen hohen Reifegrad erreicht. Viele Kunden – insbesondere im Enterprise-Bereich – nutzen diese Dienstleistung, um sich von den Routinearbeiten zu befreien. Es ist aber auch zu beobachten, dass der Mittelstand die Vorteile dieser Dienstleistung erkannt hat. Viele Unternehmen arbeiten rund um die Uhr im Drei-Schicht-Betrieb und eine hohe Verfügbarkeit muss gewährleistet werden. Mit eigenem Personal ist das nur selten zu erreichen.

Ergebnisauszug: Software-Defined Networking Products (LAN)

Seit mehr als 15 Jahren hat sich an der herkömmlichen Netzwerkinfrastruktur wenig geändert. Bei Anpassungen oder Neuinstallationen von IT-Devices oder -Applikationen müssen im Data Center umständliche Änderungen an jeder Netzwerkkomponente vorgenommen werden. Diese dauern oft Tage oder Wochen. Die Herausforderungen wie Cloud Computing, Industrie 4.0 bzw. IoT, Big Data Infrastructure as a Services verlangen eine flexible Netzwerkinfrastrukturumgebung, die sich schnell anpassen lässt. Mit SDN kann dies erreicht werden, denn es trennt die Control Plane von der Data Plane. Die Switches werden zentral von einem Controller konfiguriert, administriert und gesteuert. Es kann programmiert werden, über welche Pfade der Datentransport erfolgen soll und es können QoS (Quality of Service) Dienste eingerichtet werden, welche automatisch ablaufen. Über eine Managementkonsole wird eine komplette Übersicht auf die Anwendungen und den Datendurchsatz sichtbar gemacht. Probleme werden somit früh erkannt und kurzfristig behoben. Anwendungen und neue Netzwerkdienste können in Stunden, oft in Minuten, bereitgestellt werden. Die Komplexität einer herkömmlichen Netzwerkinfrastruktur verringert sich mit einer SDN-Lösung um bis zu 70 Prozent. Die offene Architektur erlaubt auch den Einsatz von preiswerten SDN-fähigen Switches anderer Hersteller. Das reduziert die Hardwarekosten und auch den Vendor Lock-In. Einige Hersteller akzeptieren darüber hinaus die sogenannten White Box Switches. Dies sind Low-Cost-Komponenten, die in großen Netzwerken zusätzliche Kosten sparen. Aus der Sicht der Endanwender war das Jahr 2016 der Start von nennenswerten SDN-Installationen in Deutschland, obwohl die Anzahl noch relativ klein ist. Es ist jedoch zu beobachten, dass die Nachfrage anzieht und sich in diesem Jahr spürbar erhöhen wird.

Die Experton Group identifizierte im deutschen Markt 14 Unternehmen als relevante Anbieter für „Software-Defined Networking Products (LAN)“. Davon konnten sich neun Unternehmen im Leader-Quadranten sowie ein Unternehmen als Rising Star positionieren.

Anbieterpositionierung

Abbildung: Positionierung der Anbieter von Software Defined Networking Products (LAN) in Deutschland. Quelle Experton Group AG, 2017.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter diesem Link.

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