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Sage Summit am 7. und 8. März 2017 in Berlin: Vollgas in die Cloud!

Vergangene Woche war Experton Group / ISG wieder Gast des Sage Summits, der in diesem Jahr erstmalig nicht zentral und international an einem Ort, sondern gesondert an mehreren Weltmetropolen wie London, Johannesburg oder Melbourne stattfand und stellenweise noch stattfinden wird. Die Besonderheiten der jeweiligen lokalen Märkte sollten dadurch thematisch besser berücksichtigt werden. Für Deutschland wählte man das Gasometer-Areal in Berlin, um Interessenten, Kunden und Pressevertretern am 7. sowie 8. März 2017 erneut einige Neuigkeiten hinsichtlich des eigenen Portfolios zu präsentieren. Der Gipfel bot interessante Einblicke in neue Produkte und bot zudem eine gute Gelegenheit, um den Strategiewandel von Sage, der maßgeblich durch Stephen Kelly vorangetrieben wird, näher zu beleuchten.

Start-ups, KMUs und der Mittelstand im Fokus

Kelly, der vor rund zwei Jahren sein Amt als internationaler CEO bei Sage antrat, wurde auch beim diesjährigen Summit nicht müde zu betonen, dass kleinere und mittlere Betrieb das Herz der Wirtschaft seien und Sage sich gänzlich der Aufgabe widme, diese in ihrem alltäglichen Geschäft bestmöglich durch die Lösungen von Sage für Buchhaltung, Lohnabrechnung und Bezahlsysteme zu unterstützen. Ziel sei es, einen Großteil des administrativen Büroalltags bis 2020 zu automatisieren. Um dies zu ermöglichen, offeriert Sage mittlerweile nahezu für jede Unternehmensgröße eine entsprechende Lösung. Start-ups und kleine Unternehmen können ihre Buchhaltung mit Sage One erledigen. Diese Lösung wurde im vergangenen Jahr noch einmal komplett überarbeitet und steht jetzt auch als Einsteigerversion (Sage One Start) zur Verfügung. Für Unternehmen mit rund 100 bis 200 Mitarbeitern steht Sage Office Online sowie jetzt neu die Cloud-Buchhaltungslösung Sage Live zur Verfügung, die sich vor allen Dingen dem Thema Mobility (etwa über Mobile Apps) verschreibt und über die dahinterstehende Plattform-Technologie von Salesforce dadurch auszeichnet, dass sich eine Vielzahl von Apps für spezifische Anforderungen einfach über einen zentralen Marktplatzt integrieren lassen. Für Unternehmen, die sich jenseits dieser Mitarbeiterzahlen bewegen und die vor allem internationales Geschäft betreiben, bietet Sage nun seine ERP X3-Lösung in Deutschland aus der Public Cloud an. Betreiber ist Amazon Web Services im Frankfurter Rechenzentrum. Die Lösung lässt sich jedoch auch weiterhin on-Premise oder in einer Private Cloud bei einem der Sage-Partner betreiben.

Keynote

Abbildung: Stephen Kelly, Chief Executive Officer, The Sage Group plc hielt die diesjährige Keynote.

Neues Image, neue Strategie: Jung, modern, flexibel – auf in die Cloud

Positiv hervorzuheben ist vor allen Dingen das „neue“ Image und die Cloud-Strategie, welche/s Sage seit einiger Zeit propagiert. Nicht unwesentlich daran beteiligt ist Stephen Kelly, der bereits auf dem Sage Summit 2015 in New Orleans betonte, er wolle den Muff der ERP-Lösungen endlich aus den Büros verdrängen und den Begriff „ERP“ am liebsten gänzlich streichen – nicht zu Unrecht, denn aus eigenen Beratungserfahrungen wissen wir sehr gut, dass der Begriff ERP oftmals vor allem mit Problemen und Schwierigkeiten behaftet ist (vorrangig: hohe Kosten- und Zeitaufwände). Um diesem Image zu entfliehen, präsentiert sich Sage modern, jung und agil und richtet seine Lösungen ebenso aus. Der Fokus liegt vollends auf dem Thema Cloud. Die Lösungen sind dadurch skalierbarer, flexibler und durch die neue, offene (Salesforce) Plattform-Architektur auch offen für Erweiterungen von Drittanbietern. So ist es trotzt vermeintlicher „Standard-“ Cloud-Software möglich, eine – den jeweiligen Anforderungen gerecht werdende –  Lösung zu erhalten und ein funktionales Ökosystem um die eigenen Lösungen herum zu entwickeln. Neue Partnerschaften mit Salesforce, Apple und Microsoft sorgen für das notwendige technologische Fundament. Und Sage ist damit äußerst erfolgreich: Im vergangenen Geschäftsjahr 2016 präsentierte das Unternehmen eine SaaS-/Cloud-Wachstumsrate von rund 82 Prozent. Die Zahlen dürften auch weiterhin so positiv bleiben, da wir beobachten, dass gerade der KMU- (kleine und mittelgroße Unternehmen) Markt in Deutschland starkes Interesse an modernen Cloud-Lösungen hegt, da vielerorts alte Systeme langsam an ihre Grenzen stoßen, nicht problemlos integrierfähig (und oft schon gar nicht mobil verfügbar) sind und nicht selten dadurch vom eigenen Kerngeschäft ablenken. Um dem wachsenden Interesse an Cloud-Subskriptionsmodellen Rechnung zu tragen, hat Sage nun auch sein etabliertes Vertriebsnetzwerk transformiert und auf das Cloud-Geschäft ausgerichtet. Im neuen Sage Partner Programm (SPP) werden die Umsätze aus festinstallierten und cloud-basierten Lösungen gleichrangig bewertet und dabei der Schwerpunkt auf die zukünftige Steigerung des Cloud- und Miet-Software-Geschäfts gelegt. Es zeigt sich: Der Anbieter macht ernst im Cloud-Markt. Nach Nachfrage im Pressegespräch wurde jedoch ebenfalls deutlich: Kein Kunde wird in die Cloud gezwungen. Die bestehenden On-Premise-Verträge und -Lösungen werden auch in naher Zukunft weiterhin Bestand haben.

Fazit

Sage ist ein überaus positives Beispiel dafür wie sich ein Anbieter, der aus einem doch eher traditionellen, konservativen On-Premise-Softwaregeschäftsumfeld kommt, zu einem modernen und agilen Anbieter weiterentwickeln kann – der Erfolg gibt dem Anbieter dabei recht. Die Weichen hierfür wurden schon vor einiger Zeit erfolgreich gestellt, und Stephen Kelly sowie Rainer Downar – Executive Vice President Central Europe – führen das Unternehmen weiterhin in die richtige Richtung. Besonders die Öffnung über (Plattform-) Technologie-Partnerschaften birgt dabei große Chancen. Ein überproportionales Wachstum von Cloud-sowie Mobilen Anwendungen, der Rückgang des klassischen Softwaregeschäfts, das Heranwachsen einer neuen Generation von Entscheidern und Gründern sowie eine steigende internationale Ausrichtung, auch bei kleinen Unternehmen, sind nur einige aktuelle Gründe, die dafür sprechen, die eigene Geschäftsstrategie schnellstens zu überdenken – denn es ist unbestritten, dass die Cloud auch neuen Anbietern schnell eine Chance auf Erfolg bietet und selbst etablierte Player dadurch in Gefahr geraten können.

In eigener Sache

Experton Group / ISG untersucht auch in diesem Jahr im ISG Provider Lens Germany 2017 – Cloud Transformation/Operation Services & XaaS Benchmark den Markt für Cloud-ERP-Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen, da das Thema zunehmend an Relevanz gewinnt. Sollten Sie Anbieter einer Cloud-ERP-Lösung sein, kontaktieren Sie uns bitte bezüglich eines Briefings.

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