Automotive, Digital Transformation

Autonomes Fahren ist Zukunft – halbautomatisches Fahren ist spannend

In dieser Woche nahm ich an einem BITKOM-Kongress zum Thema Cognitive Computing oder Artifical Intelligence teil. Eins der großen Themen war die Diskussion um zunehmende Automatisierung in allen Lebensbereichen. Das Beispiel des selbstfahrenden Autos nahm einen prominenten Platz ein. Kernfragen beinhalten unter anderem:

  • Wie verändert sich zukünftig die Entscheidungshoheit zwischen Mensch und Maschine?
  • Welche Entwicklungsstufen gibt es, und ist eine vollständige Automatisierung gewünscht? Von wem? Von Behörden, von der Automobilindustrie? Von dem Endnutzer?
  • Was ist eigentlich genau mit autonomem Fahren gemeint? Ein Auto, das morgens „aufsteht“, den Motor anwärmt oder die Batterie auflädt und selbstständig Brötchen holen geht?

Die Entwicklung wurde anhand von kleineren Schritten im Grad der Automatisierung diskutiert. Am Anfang steht beispielsweise das manuelle Auto aus den 60er Jahren oder davor. Der erste Automatisierungsschritt waren Fahrerunterstützungen wie Servolenkung, Bremskraftverstärker oder ABS. Danach kommt halbautomatisches Fahren, beginnend mit der automatischen Vollbremsung und dem Tempomat. Dieser Schritt schließt mit einem selbstständig fahrenden Auto, bei dem der Fahrer jederzeit eingreifen muss. Der Fahrer ist nach wie vor zu 100 Prozent verantwortlich. Weitere Schritte sind denkbar, doch sie sind weder erreicht worden noch mit heutigen verkehrsrechtlichen Fragen möglich. Wer in der Praxis zu weit nach vorne prescht, wird von den Behörden gestoppt. So wie Uber mit einer Versuchsreihe zum selbstfahrenden Volvo XC90 in San Francisco. Ein LKW, der auf gerader Linie eigenständig fährt, aber von zwei Polizeieskorten begleitet werden muss, zeigt ebenfalls die heutigen Grenzen auf.

Für ICT-Anbieter und -Anwender ergeben sich zwei wichtige Aspekte:

  • Die Zukunft ist spannend, aber sie ist ungewiss. Denn es gibt auch noch keine greifbare Nachfrage nach wirklich selbstfahrenden Autos. Natürlich ist das Thema von hoher Bedeutung für Innovation, Startups und Forschung. Doch diese müssen sich beim Thema Alltagstauglichkeit mit weit mehr befassen als mit den technologischen Aspekten und Geschäftsmodellen. Die Heirat von Disruptoren mit Entwicklungsabteilungen von führenden OEMs ist keine Überraschung. Die angekündigte Kooperation zwischen Uber und Daimler wird kein Einzelfall bleiben. Autonomes Fahren ist im Forschungsbereich richtig angesiedelt. Es ist außerhalb dieser Zyklen noch kein Thema auf der Straße.
  • Das Potenzial für Innovation und Entwicklung für das halbautomatische Fahren ist noch lange nicht ausgeschöpft. Hier gibt es einen rasant wachsenden Markt für Software, Analytics, Service Integration und IT Security. Ein Beispiel ist der noch längst nicht ausgebaute optimierte, sprachunterstützte und sichere Arbeitsplatz im halbautomatisch fahrenden Auto. Solche Innovationsszenarien entwickeln sich zu sehr spannenden Geschäftsfeldern.

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