ICT-Trends

Die 10 wichtigsten Technologietrends 2017

Heiko Henkes, Luis Praxmarer

Heiko HenkesLuis Praxmarer

Bottom Line:

Wenn Unternehmen sich nicht jetzt intern und extern digital transformiert, werden sie in einigen Jahren vom Markt verschwinden. Die Trends liefern einen Überblick, welche Technologien dafür wichtig sind.

  • Salesforce, Managed Service Provider für Public Clouds sowie API/Container werden die großen Aufsteiger im kommenden Jahr sein
  • Private Cloud Provider, die Deutsche Börse Cloud Exchange und Hardware-Appliances gehören zu den Absteigern
  • Augmented-Reality-Learning und Know-how-Sharing-Plattformen könnten zu den großen Gewinnern avancieren

Informationen und Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts und Artificial Intelligence das Benzin beziehungsweise der Strom für den E-Betrieb. Daten liefern den Menschen und somit auch in verdichteter Form den CIOs eine zunehmend wegweisende Entscheidungsgrundlage. Die massive Explosion von Daten führt dazu, die digitale Customer Journey für sich neu analysieren zu müssen, um eine 1:1-Kundenansprache zu ermöglichen und das Time to Market sowie die Qualität zu verbessern.

Das exponentielle Durchdringen traditioneller Prozesse durch IT beziehungsweise die Adaption modernerIT-Trends und -Tools überrollt immer noch viele Entscheider und auch die Konsumenten. Ein Ende ist nicht in Sicht – ganz im Gegenteil. Wer sich nicht intern und extern digital transformiert, ist aktuell in einer Abwärtsspindel und wird in den kommenden zehn Jahren aus dem Markt ausscheiden.

Reagieren wie ein Startup

Die Herausforderung dabei ist die immense Geschwindigkeit, mit der Konsumenten durch neue, zunehmend intelligente und digitale Services angesprochen werden und der daraus resultierende Druck auf etablierte Unternehmen. Heutzutage müssen sich Unternehmen ständig neu hinterfragen und im Grunde eine Reaktionsfähigkeit analog zu einem Startup aufbauen. Teilweise gelingt dies tatsächlich nur über die Neu- bzw. Ausgründung einer weiteren Gesellschaft, um auf der sogenannten grünen Wiese und immer häufiger mit einer Silicon Valley-Mentalität starten zu können.

Andernfalls verlieren Unternehmen in zunehmendem Maße ihre Stammkunden an neue und teilweise sogar branchenfremde Wettbewerber.

Digital Business Transformation ist daher nach wie vor in aller Munde und sicherlich als überlagernder Trend die höchste Priorität für jeden CIO und zunehmend auch den CDO.

Die wichtigsten Technologie-Trends 2017

Technologie-Trends 2017

1. Artificial Intelligence (AI)

Daten sind unser Rohstoff und die daraus aufgebaute künstliche Intelligenz das Benzin beziehungsweise der Strom für die moderne Welt. Diese zunehmende Intelligenz unserer Maschinen zeigt einen unaufhaltsamen Trend zur „Roboterisierung“, die in der Übergangsphase an vielen Stellen intelligente Assistenten hervorbringt, um beispielsweise standardisierte Konversationen durch sogenannte „conversational systems“ oder auch „(Chat) Bots“ abwickeln oder vorkategorisieren/unterstützen zu lassen. Hierzu zählen Systeme zur Terminplanung genauso wie für den Kundensupport via (Whats-)App.

Die berühmteste kognitive Intelligenz ist aktuell Watson von IBM. Als Vorstufe praktischer digitaler Helfer sprießen jedoch aktuell viele kleine Lösungen im Kontext Digitaler Assistenz oder „smart messaging“ aus dem Boden. Parallel dazu zeigt sich speziell im Consumer-Segment ein Trend zu Brand Communities und Customer Loyality Systems, um die Kundenbindung zu optimieren und Support-Kosten zu reduzieren.

Die menschliche Empathie und das Einfühlungsvermögen können jedoch bei Weitem noch nicht durch Maschinen/Bots übertroffen oder annäherungsweise erreicht werden. Dafür können allerdings AI-Systeme in der Massen- und Serienproduktion mit stark repetitiven und hochgradig automatisierten Prozessen binnen kürzester Zeit Menschen ersetzen und Kosten einsparen. Hingegen werden individuelle Prozesse von bspw. Anlagenbauern bzw. dem Projektgeschäft noch einige Jahre durch Menschen gesteuert und abgeleistet werden.

2. Identity & (Personal) Data Management

Das digitale Identitäts- und Datenmanagement wird zunehmend bedeutender, um den Komfort bei der Benutzung digitaler und Cloud-basierter Services einfach und vor allem sicher zu gestalten. Darüber hinaus verbirgt sich dahinter auch eine exorbitant zunehmende Komplexität heterogener IT-Systeme, die dezentral vorliegen und je nach Servicezusammensetzung zentral gemanagt werden.

Compliance- beziehungsweise Rollen- und Rechtemanagement inkl. Themen der Schlüsselverwaltung kommen hier genauso wie das API- & Container Management (Application Programming Interface) im Rahmen der Cloud Orchestrierung zum Tragen. Was mit einem Active Directory (AD) von Microsoft über den Windows Server aus dem On-Premise-Betrieb startete und mit der Virtualisierung von Systemen und deren Management Software weiterging, nimmt heute ganz neue Formen in puncto Knoten Management, Performance Monitoring sowie Meta-Orchestrierung an.

Jede Lösung kämpft derzeit um die höchste Position auf der Leiter der System-Orchestrierung, um nicht einfach mit integriert zu werden und unter dem Radar zu fliegen. Anbieter bauen also immer größere Suites an, die immer mehr Features mitliefern. „Kleinere Lösungen“ verschwinden dagegen schnell von der Bildoberfläche und genießen keinen direkten Kundenkontakt via Dashboard, die stark auf Visualisierung und Abstraktion setzen. Damit sinkt auch der Verkaufspreis drastisch.

3. IoT (Adaption) – Fog Computing & Edge Devices

In Deutschland gestartet mit Industrie 4.0 als vierte Welle der industriellen Revolution, die autonome Maschinen und deren automatisierte Kommunikation durch den IP-basierten Datenaustusch untereinander zum Ziel hatte, folgt die „IT-fizierung“ jeglicher Gegenstände über die beinahe ubiquitäre Internetverfügbarkeit. Als Resultat folgte die Explosion der Datenmengen und -erzeugung über die Anbindung vieler Kleinstgeräte, die zu Beginn (und meist noch immer) Unmengen an Sensor- und Bewegungsdaten über Zustände über das Netzwerk (Bottleneck) in ein Rechenzentrum oder die Cloud „pumpen“.

Dabei kristallisierte sich schnell die große Heterogenität unserer Industrie und vor allem der Embedded Systems-Branche durch nicht kompatiblen und proprietären Maschinen-Code heraus. Daher kommen mehr denn je klassische IT-Service-Management-Lösungen in Kombination mit Enterprise Integration Platform Solutions zum Einsatz, um Systeme vor der Einbindung in moderne IT-Dashboards für den CIO zu harmonisieren. Dieser braucht natürlich nur das priorisierte Cockpit.

Ferner zog der Primus Cisco als Netzwerkausrüster Nr.1 eine Konsequenz aus den sinkenden Hardware-Margen. Cisco forcierte nicht nur die Virtualisierung von Netzwerk- und Datacenter-Hardware unter „Software Defined X“, sondern zog auch die Processing Power wieder zurück auf die Erde in Form von Edge Devices. Diese Devices (zum Beispiele Kleinstgeräte nah an Geräten und Kunden) analysieren und priorisieren zusammen mit lokalen Rechenzentrumseinheiten die Daten, bevor diese über die zunehmend teurer werdende Datenautobahn in die Cloud geschickt werden.

4. Augmented & Virtual Reality

Einige Analysten behaupten, unsere Generation Mensch sei womöglich die letzte Generation der „Nicht-Augmentierten“ Menschen. Fakt ist bereits jetzt, dass wir Menschen – unabhängig, ob im privaten oder beruflichen Dasein – kaum noch eine Entscheidung ohne den Blick in die digitale Welt der Apps und Prognosen fällen. Sei es die Wetter-App, die CRM-Sales-Pipeline inklusive Forecast oder die Auto-Navigation – wir nehmen deren Omnipräsenz kaum noch wahr und stellen deren Voraussagen sogar immer seltener in Frage, was auch Tücken in sich birgt. Wir stützen unsere Entscheidung zunehmend auf aggregierte, IT-basierte Fakten, die dank Echtzeitdatenbanken und einer schier unendlichen Speicherkapazität dem menschlichen Gehirn längst überlegen ist.

Dank der Kombination aus Cloud, Mobility sowie weiteren Technologien wie Big Data Analytics und der Miniaturisierung der Elektronik, gelingt es nun beispielsweise über Datenbrillen wie Google Glass (AR) oder Oculus Rift (VR) die Realität in Echtzeit mit vielen Zusatzinformationen zu bereichern oder gar komplett zu imitieren. Der erste Fall, Augmented Realität, breitet sich derzeit über jegliche Branche wie ein Lauffeuer aus und liefert nicht nur in der Industrie viele Mehrwerte wie dem Enablement von Ingenieuren zum Check von Schweißnähten, sondern auch Hilfestellungen und Ausgangsszenarien bei offenen Herzoperationen im Krankenhaus.

Hier sieht man deutliche Vorteile hinsichtlich der Verbesserung unseres Könnens hin zum „Übermensch“. Das komplette Ersetzen des Menschen ist hier über das Ausblenden von ethischen Fragestellungen in Sicht, aber noch längst keine Realität. Die Virtuelle Realität liefert zum Beispiel Trainingsmöglichkeiten für Security-Teams in der Simulation von Angriffs- und Terrorszenarien und vor allem neue Impulse für die Gaming- und Erotik-Branche. Der Impact auf unsere gesamte Volkswirtschaft ist jedoch durch Augmented Reality wesentlich greifbarer und höher im Kontext AR, verglichen mit VR.

5. Cyber Security (User friendly and adaptive)

Unternehmen sind heutzutage mehr denn je im Zugzwang, Kosten zu reduzieren und nicht nur Daten von Kunden und Partnern in interne Netzwerk zu ziehen, sondern auch (bi-direktional) Daten mit Kunden und Partnern auszutauschen. Das Auslagern von Services in die professionelle Provider/Public Cloud, nicht selten auch durch Managed Service Provider, fordert jedoch ein ausgeklügeltes Sicherheits- und Risk-Management im Kontext Security.

Die inzwischen virtualisierten Systeme und IT-Layer fordern im weiteren Schritt eine Weiterentwicklung klassischer und somit tradierter Security-Maßnahmen hin zu einem modernisierten Konzept, das sich mit dem Thema Cyber Security befasst.

Zwar führt nicht selten das sogenannte Social Engineering zum Datenklau, dennoch ist die Öffnung der digitalen Unternehmenspforten, mit Kundendaten und Intellectual Property als höchste Güter, ein großes Wagnis. Kennzeichnend für das moderne Sicherheits- und Abwehrkonzept ist der Einbezug von Risiko-Analysen und Analytics bis hin zur künstlichen Intelligenz für eine vorausschauende und auch adaptive Lösung.

Aber: Die jahrelang kaum in Erscheinung tretende Security-Industrie konnte sich bis vor kurzem hinter dem Vorhang der Öffentlichkeit und Meinung der Enduser verstecken. Systeme waren häufig alles andere als hübsch und meist nicht von guter Usability geprägt. Dies ändert sich aktuell sehr schnell, da Provider-seitig die Erfahrung gesammelt wurde, ein Security-System nicht mit Erfolg in die tendenziell per WAN und Internet angebundenen Systeme ausrollen zu können, wenn die Barriere der Nutzung zu hoch war (zum Beispiel externe Chip-Kartenleser anstelle von Fingerprint).

6. Hybrid Cloud Platforms (Adoption/Operation via Managed Services)

Anwenderunternehmen schaffen es immer häufiger, etablierte Prozesse zu hinterfragen und neu zu klassifizieren. Der Kosten- und Leistungsdruck führt über modernes und zukunftsweisendes Sourcing auch zu einem optimierten Vendor Management und Service Integration and Management (SIAM), was wiederum die Nutzung hybrider (Cloud) Services ermöglicht. Parallel haben sie die Cloud Management Lösung in puncto Migration und Workload Shifting von Lösung A nach B sowie Provisionierung und Kostenstellenabrechnung weiterentwickelt.

Public Cloud Services sind indes überaus reizvoll dank kleiner Innovationszyklen und Preise. Diese Services weichen jedoch stark von den bisherigen System-Konsolen wie von VMware als „Virtualisierungsplatzhirsch“ ab. Auch die Fülle an Möglichkeiten erschlägt die User förmlich. Somit sind die ungewohnte Umgebung und die Frage nach der Änderung von Verträgen für die Auslagerung von Diensten Gründe für die Inanspruchnahme eines Managed Service Providers, der Kunden beim Onboarding und dem Betrieb über zertifizierte Mitarbeiter unter die Arme greift.

7. Open Ecosystems

Der erhöhte Grad an IT-Standardisierung in der Private Cloud und vor allem den Provider Clouds führt zu völlig neuen Möglichkeiten der Einbindung von 3rd-Party-Anwendungen und Partnern. Dabei wächst derzeit nicht nur das Angebot in der Breite, sondern auch in der Tiefe. Speziell Nischenlösungen profitieren von Onbording-Tools sowie PaaS und dem Marketing des Plattform-Betreibers. Über die Plattformen erreichen Nischenlösungen viel größere Reichweiten als es ihnen zuvor möglich war. IT- und App-Fremde Unternehmen werden nun teilweise aus der Not heraus gezwungen, eigene Lösungen über moderne PaaS-Lösungen zu erstellen und der eigenen Branche anzubieten.

Die technologische Reife der Datenintegration und App-Modularisierung (bei nativen SaaS Apps) ermöglicht also den Aufbau von digitalen Ökosystemen. Diese Ökosysteme tendieren zur vertikalen Ausrichtung und dem Angebot von IaaS/PaaS und SaaS-Lösungen. Vorreiter waren Salesforce und IT-Service-Provider wie Fujitsu oder die Deutsche Telekom.

Inzwischen sieht die Experton Group viele andere Ökosysteme, die sich aber oftmals noch mit der Akzeptanz und der Nutzung auf User-Seite schwertun. Gründe hierfür sind die unzureichende Standardisierung beim Kunden, fehlende Informationen und Use Cases, unattraktive und nicht lokalisierte Lösungen aus deutscher Sicht sowie fehlende Prozess-Kollaboration auf der Platform-Provider-Seite.

8. Digital & Mobile Corporate Workspace

Der Digital Workspace ist die logische Weiterentwicklung von Mobile Enterprise und die Fusion mit klassischen Workplace-Themen. Mit ihm soll eine IT-Arbeitsumgebung ermöglicht werden, die einerseits die mobilen und stationären Anforderungen der Mitarbeiter erfüllt; andererseits sollen neue Arbeitsumgebungen mit IT-Lösungen ausgestattet werden, um die Grundlage für ein digitales Unternehmen zu legen. Dabei spielt das mobile und digitale Geschäft mit Kunden immer häufiger in diese Disziplin, die zunehmend interdisziplinäre Eigenschaften aufweist.

Der Client ist ein IT-Bereich, der in den letzten 10 bis 15 Jahren immer wieder massivsten Änderungen – sowohl technologischer als auch organisatorischer Art – unterworfen war. Insbesondere die Art und Weise, wie Wissensarbeiter arbeiten wollen, hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Work-Life-Balance spielt hier eine ebenso große Rolle wie die Möglichkeit, in flachen, interdisziplinären Hierarchien zu arbeiten, Home-Office-Regelungen zu nutzen und trotzdem produktiv arbeiten zu können.

Informationen und Systeme müssen heute zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar sein und vor allem den User in den Mittelpunkt stellen. Dies fordert Unternehmen zum einen hinsichtlich der Client-Management-Strategie (Toolauswahl, Information Management etc.), aber vor allem in der individuellen Bereitstellung des digitalen Arbeitsplatzes, das nun auch Lagerarbeitsplätze oder Gabelstapler sowie tendenziell auch Dienstwagen beinhaltet.

Darüber hinaus führen moderne Arbeitsstile – wie von Google und vielen Kreativagenturen vorgelebten Ruhezonen – flexibel nutzbare Einzelarbeitsplätze, Besprechungsecken für ungezwungene Abstimmungen und Arbeitsräume für Meetings ebenso wie IT-basierte Kommunikationslösungen für Telefon-/Videokonferenzen, Chats und Collaboration-Lösungen in das Gesamtkonzept Digital Workspace einbeziehen zu müssen.

9. Digital Counterparts (Seamless/Smart Clones)

Die digitale Transformation macht vor nichts und niemandem halt. Tendiert der Mensch über das Smartphone, die Wearables und künftig Implantate zur Maschine, sieht man an vielen Stellen eine Verlagerung von analogen Dingen in die digitale Welt und andersherum. Der Dash Button von Amazon hier ein gutes Beispiel.

Primär ist unsere Wirtschaft allerdings durch Nicht-digitale-Dinge gekennzeichnet, sodass wir eine Digitalisierung ganzer Ladengeschäfte durch Webshops genauso erleben wie Apps zur Synchronisation von Smart Watches als Weiterentwicklung klassischer Uhren oder Fitness-Trackern.

Auch die Musikindustrie ging durch ein tiefes Tal und einen fundamentalen Wandel. Die Labels entpuppten sich zu Platform- und Content-Anbietern und die Schallplatten und CDs wurden durch MP3 digitalisiert, um dann als Flatrate über Streaming-Dienste konsumiert zu werden. Nur so konnte die Piraterie eingedämmt werden. Die Latte von digitalen Counterparts wird täglich länger und reißt noch lange nicht ab.

Es ist zwar beängstigend, jedoch sind moderne Bots prinzipiell in der Kategorie digitale (Vorstands-) Assistentin einzuordnen. Auch hier wird sich das Berufsbild der Sekretärin, getrieben durch Effizienz und Kostendruck, weiter verändern müssen. Der Mensch muss sich zunehmend in höherwertige und nur für Menschen beherrschbare Disziplinen (Gefühle, Empathie und noch Semantik) flüchten, um nicht wegrationalisiert zu werden.

10. Agile IT-Business Process Synchronization (DevOps & IT Lifecycle Management)

Es ist in aller Munde, die IT-Abteilung mit der der Business-Abteilung über moderne DevOps-Verfahren zur kontinuierlichen Weiterentwicklung unter variablem Scope, aber fixer Timeline und Budget, verschmelzen zu lassen. DevOps nennt sich diese Form des Managements, das primär im Silicon Valley praktiziert wurde und nun immer häufiger auch nach Deutschland schwappt. Der Erfolg ist jedoch neben vielen weiteren Punkten von der Organisationsstruktur und Kommunikation im Unternehmen abhängig.

Viele Unternehmen führen eine DevOps-Abteilung ein, was dem Grundgedanken per se wiederspricht. Die Digitalisierung von Produkten und Services, die konsequenterweise auf IT als Produktionsfaktor beruhen, zwingt Unternehmen, neben der Einführung von DevOps-Praktiken ein modernes und Tool-basiertes Projekt- und auch IT-Lifecycle-Management aufzusetzen.

Für all diese Themen benötigt der CIO in seiner Organisation das notwendige Knowhow, muss aber mit einer Mannschaft leben, die stark auf Infrastruktur und heutige Commodity-Bereiche ausgerichtet ist. Zusätzlich zu all diesen Trends muss der CIO oft noch mit den Legacy Systemen leben und diese verschlingen einen Großteil des IT Budgets.

Gleichzeitig verhindern sie oft die notwendige Agilität der Frontend-Systeme und eine durchgehende Prozessneuausrichtung. Die Transformation der IT-Mannschaft, der IT-Infrastruktur und einer Integration mit den Geschäftsbereichen ist eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Aufsteiger 2017

  • Salesforce als Unternehmen
  • Hosting Provider entwickeln sich zu Managed Service Provider für Public Clouds
  • API (Application Programming Interface)/Container Management

Cloud ist das Fundament jeder Digitalisierungsstrategie, die in der Regel auch (mobile) Apps und zunehmend Bots enthält. Salesforce ist als SaaS-Anbieter ein „Pure Cloud Player“, der es zudem verstanden hat, ein mächtiges Ökosystem mit hoher Anziehungskraft für ISVs und deren Kunden aufzubauen.

Die großen (Umsatz-) Gewinner sind sicherlich die Anbieter von Consumer IT-Dienstleistungen und Public Cloud Provider. Auf Basis des gigantischen weltweiten Potenzials von Milliarden von Kunden drängen digitale Anwendungen zunehmend mehr in die klassische IT-Landschaft und beschleunigen sich dabei immer weiter. Den Zugang zu von Public Cloud getriebenen Innovationen schaffen dabei Managed Service Provider für Public Clouds. Das automatisierte und intelligente Orchestrieren heterogener Systeme wird dabei zum Erfolgsfaktor.

Absteiger 2017:

  • Hosting & Private Cloud Provider
  • Deutsche Börse Cloud Exchange als Unternehmen
  • Hardware-Appliances

Klassisches Infrastruktur-Hosting aus eigener Kraft tritt mit zunehmender Cloud Maturity der Anwender – vor allem in Bezug auf Prozesstransparenz – in den Hintergrund. Auch der Umfang solcher Daten, die auf isolierten und dedizierten Systemen liegen müssen, geht stark zurück. Damit müssen sich die Geschäftsmodelle der Anbieter eines immerhin noch knapp 10 Milliarden Euro Markts schleunigst wandeln.

Die Deutsche Börse konnte trotz oder vielleicht auch wegen des guten Brands aus der Finanzbranche nicht für den Erfolg des Cloud Brokers Cloud Exchange sorgen. Gründe sind vielfältig, aber bestimmt auf einen noch zu unreifen Anwendermarkt hinsichtlich des zentralen und Cloud-basierten Sourcings sowie fehlenden (Geschäfts-) Druck auf der Cloud Provider-Seite zurückzuführen. Die Vergangenheit hat es schon häufig gezeigt: Startet man aus Markt- und Abnehmersicht zu früh mit einer noch so guten Idee, gelingt es im ersten Anlauf nicht, diese erfolgreich einzuführen.

Technologisch verlieren Hardware-Appliances weiter an Bedeutung. Zwar setzen Unternehmen auch auf (Hyper) Converged Systems, werden allerdings künftig eher ein Auge auf Software-Appliances haben, die mit Failover-Systemen und Container Technologie in Echtzeit gespiegelt sind und absolut Hardware-unabhängig laufen.

Die größten Aufsteiger in den kommenden Jahren

Durch die Wandlung von Produkten zu Services, zu weiteren Outsourcing und Managed Service-Leistungen und der breiten Komplexität der neuen Themen, wird Service Integration and Management (SIAM) zu einer großen Herausforderung und einer neuen Disziplin.

Das Management von vielen verschiedenen Lieferanten und die nahtlose Integration der einzelnen Dienstleistungen zu einer geschäftsorientierten Lösung für die Anwender, stellt eine große Herausforderung an die IT-Organisation und dem CIO dar. Dies ist vielleicht nicht so spannend wie die superneuen Hype Themen (z.B. Cognitive Computing), aber essenziell für den Erfolg der IT im Enterprise-Kontext. Hier werden sich die klassischen IT-Dienstleister positionieren, aber auch SaaS-Lösungsplattformen und IT-Dienstleistungsunabhängige Beratungsunternehmen werden stark nachgefragt werden.

Als ein „Geheimtipp“ für die kommenden Jahre sind zeit- und ortsunabhängige AR- und Kollaboration-orientierte Learning und Know-how-Sharing-Plattformen zu sehen. Mit steigendem Grad technologischer Reife und Akzeptanz unter Digital Natives sowie Veränderungen im Bildungssystem ist hier mit einem großen Wandel zum Aufbau von Wissen und dem Umgang von Informationen – auch im Unternehmenskontext – zu rechnen.

Dieser Beitrag erschien auf CIO.de

2 Comments

  1. Vernetzung steht immer mehr im Vordergrund. Da überrascht es nicht, dass selbst jeder Stapler heute ferngesteuert werden kann oder komplett autonom arbeitet. Der technische Fortschritt schreitet unaufhaltsam weiter.

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