Cloud Computing, Social Business

Sage Summit in Chicago 2016 – Ignite your passion!

Ein nachträglicher Bericht aus der Advisor-Perspektive vom Juli 2016

Heiko Henkes

Digitalisierung macht keinen Halt vor der ERP-Branche!

Die Einladung zum Sage Summit in Chicago demonstrierte dies uneingeschränkt – die Branche ist in Aufruhr. Sage ist ein waschechter ERP-Anbieter, der das Portfolio sukzessive mit Cloud Services anreichert und zunehmend komplett in die Cloud hievt. Dabei zählt technisch immer häufiger die analytische sowie hybride Betriebskomponente, die auch das Billing & Accounting, ein Kernfokus und USP von Sage, optimiert. Soweit nicht viel Neues – was aber gut ist.

Sage Summit 2016

Sage Summit 2016

Technisch neu war hingegen der Vorstoß von Sage verstärkt mobile Innnovationen zu treiben und sogar schon neue Realtime-Chat-Lösungen im Kontext der „Conversational Systems“ an Bord zu haben. Die Lösung heißt „Pegg“ und ist ein vielversprechender virtueller Assistent auf Basis einer Realtime-Chat-Lösung. Dieser Markt ist aktuell durch die neue globale Unternehmensformel „get agile“ ein wirklich emporstrebender. Der Social Business Vendor Benchmark 2017 untersuchte diesen Markt im Sommer/Herbst 2016 erstmalig. Mit einer der in diesem Markt bekanntesten und ersten Lösungen „Slack“ läuft seitens Sage ebenfalls eine Kooperation. Hierzulande nutzen Unternehmen hingegen eher Spark von Cisco oder Lösungen wie von Microsoft, Unify und Atlassian.

Sage Summit 2016

Wirklich interessant waren jedoch Dinge wie Partnerschaften und Entrepreneurship im Kontext Digital!

Sage strebt hin zum verstärkten Partner-Business mit bspw. Salesforce, Microsoft und Apple. Generell zielt Sage mit einer „partner centric“ Organisation auf die Value Added Reseller, Systemintegratoren, ISVs, Cloud Service Provider und strategische Allianzen sowie Federations ab.

Dafür hat Sage die Organisation von 54 Partnerprogrammen auf ein einziges „One Sage“-Programm eingedampft. Inzwischen baut Sage schon auf 2.000 Business-Partner und sogar 4.000 Cloud-Kunden weltweit auf. Die Salesforce Cloud als Marktplatz für Sage ist ein weltweites Paradebeispiel für ein funktionierendes Ökosystem und spielt hier eine entscheidende Rolle, um sich integrativ im Thema Cloud als moderner ISV und Business Enabler zu verankern. Sage geht somit von der Software-Auslieferung in die Cloud (SaaS) und sogar noch mindestens einen Schritt weiter.

In Deutschland hinkt man jedoch noch hinterher und wird vorerst den ISV Marketplace von Sage zur vertikalen und prozessorientierten Veredelung nicht wirklich nutzen können.

Das Sage-Profil allgemein sie so aus: Insgesamt ist Sage in 23 Ländern aktiv und bedient drei Millionen Kunden mit Payment- bzw. Payroll-Services im Kontext ERP. In Spanien und Großbritannien ist man schon für über 50 Prozent der Lohnabrechnungen verantwortlich – Tendenz steigend. Strategisch zielt man nun auch stark auf Kanada und die USA, Märkte mit großer Cloud-Vorliebe, ab.

Sages Ziel als IT Company: „Best loved technology company“

Darüber hinaus will man die Kunden sowie natürlich die Partner auf emotionaler Ebene mitziehen, wie es beispielsweise Nike oder Virgin tun. Dies gelang dem engagierten Sage-Team auf dem Summit über tolle Stories und greifbare Use Cases. Insgesamt war die Stimmung sehr gut und auch einzelne Kundengespräche spiegelten das „Wir-Gefühl“ uneingeschränkt wieder. Diese Stimmung galt natürlich gerade den tausenden von Kunden, die sich über das wachsende und zukunftsstrebende Ökosystem informieren konnten und eine wirklich großartige Show geboten bekamen.

Damit liegt Sage voll im Trend, den jedoch die meisten IT-Anbieter noch nicht richtig wahrgenommen und dementsprechend strategisch eingeplant haben. Neben dem „entertaining factor“ positioniert sich Sage ganz klar als Enabler für das Entrepreneur Business und unterstützt speziell Start-ups.

Sage Summit 2016

Sage unterteilt daher künftig Zielgruppen der angebotenen Lösungen vor allem nach

  • Start-ups
  • Scale-ups
  • Enterprises

mit hybriden Cloud-Betriebsmodellen und weiterer Ausdifferenzierung von Kundentypen in bspw. „low force“ und „easy migration“. Die Kundensegmente ändern sich dabei leicht. Während Sage natürlich mit drei Millionen kleinen und mittelgroßen (KMU-) Kunden ein dominanter ERP-KMU-Anbieter ist, hat man im Großkundensegment noch einige Hausaufgaben zu erledigen.

Der Kunde steht bei Sage (digital) im Mittelpunkt

Im Rahmen der Digitalisierung begreift Sage die neuen technologischen Möglichkeiten richtig und fokussiert auf den Kunden. Mit anderen Worten weiß man bei Sage, dass sich die Wertschöpfungsketten zu -zyklen entwickeln und von Push zu Pull verändert. Hier dreht sich das Unternehmen von Seiten der Führungskräfte in ein modernes Management, das Sage von der Philosophie der „company centric innovation“ hin zur „customer centric innovation“ bewegen möchte und aller Voraussicht nach auch kann.

Sage 50 und Sage One verschmelzen

Sage 50 ist bzw. wird eine Hybridlösung für das Segment Start-up/Scale-up und soll durch Sage One ersetzt werden. Dafür wird viel Zeit und Kraft in Sage One gesetzt, um es den Anforderungen des Mittelstands (Scale-up) gerecht werden zu lassen. Gerade in Deutschland wird dies sicherlich längere Zeit in Anspruch nehmen. Auf dem Rollout-Plan stehen 14 Länder. Dabei helfen soll und wird letztlich auch hier die enge Microsoft-Partnerschaft und die Integration der Productivity Suite Nr.1 Office365.

Sage Live ist indes eine waschechte Cloud-Accounting-Lösung, mandantenfähig und natürlich nativ cloud-entwickelt sowie voll in die Salesforce App Cloud integriert ist. Diese Lösung wird allerdings erst ab dem zweiten Quartal in Europa verfügbar sein und visiert über modernes App Development (Salesforce Lightning) primär den Mittelstand (Scale-up) an.

Sage Summit 2016

Der Sage-CEO Steven Kelly sprudelte förmlich von Kraft und Motivation, die er ohne Zweifel sehr gut an das Publikum weiterleitete. Es war geradezu elektrisierend und tatsächlich authentisch, denn auch er verfolgte das Ziel Emotionen bei seinen Auftritten mit jeder Aktion, zu der sogar das Aufzeigen seiner Kindheit mit Werdegang gehörte. Herr Kelly hat sich seine Position hart erarbeitet und darf stolz auf sich sein. Er verkörpert die Einstellung „alles ist möglich“ und wird das Unternehmen auf die richtige Weise in die Zukunft führen.

Was für Sage und Steven Kelly samt Management in 2017+ neben dem Partner- und Ecosytem-Fokus zählt sind:

  • Trusted Customer Experience
  • Mobile First
  • IoT & Blockchain Technologies

Dies gilt für die gesamte Produktpalette wie bspw. Sage One, 50/100/300 oder X3. In Deutschland kann Sage immerhin 250.000 Kunden auf Sage 50/100 vorweisen. Die Roadmap zeigt klar den Fokus auf die Weiterentwicklung alter bzw. etablierter Produkte in Form einer „Cloudification“ über einen „always connected“-Ansatz mit Anbindung an die neue „App World“. Im KMU-Segment verfolgt auch Rainer Downar – als deutscher Geschäftsführer Nachfolger von Herrn Dewald – das Ziel, langfristig die Nummer eins Im Cloud-Geschäft für ERP-Lösungen zu werden. Sage hat hier im KMU-Segment gute Chancen auf den ERP-Cloud-Thron. Dies belegt der aktuelle Cloud Vendor Benchmark.

Persönliche Lieblingszitate des Events

Sage Summit 2016

Richard Branson, Gründer von Virgin:

„Ohne Liebe zum Detail kann keiner Marktführer werden“, „Ohne Zeit für das Privatleben und die Fitness kann niemand durchhalten und kreativ sein“, „Man muss Leute inspirieren, um das Unmögliche möglich zu machen.“

Außerdem folgendes Statement: „Als Chef sollte man jemand anderem die operativen Aufgaben erledigen lassen, dieser sollte mindestens so gut sein wie man selbst. Nur dann hat man die nötige Zeit zur Entwicklung des Big Pictures und die nötige strategische Weichenstellung.“

Sage Summit 2016

Gwyneth Paltrow, Schauspielerin, Gründerin und CCO von goop:

“Man muss nach vorne schauen“, „Wir brauchen mehr Selbstwertgefühl“ „Man geht dahin, wo man hinschaut.“

Sage Summit 2016

Ashton Kutcher, Schauspieler und Business Angel:

“Ask for help”, “Great businesses connect data points that don’t exist”, “Social media plans often forget the conversations or the needed feedback loop.”

Außerdem folgendes Statement: „Business Leadership ist eine Herausforderung, die nach der Gründung schnell daraus besteht, das Initial-Team durch neue Leute mit Fachwissen in einzelnen Bereichen zu ersetzen. Dabei braucht man drei Typen von Leuten:1. Feedback-freundliche Leute, die offen kommunizieren und nachfragen, 2. Leute, die das tägliche Geschäft am Laufen halten (run) sowie 3. Leute, die neue Trends und Herausforderungen wie bspw. Cyber Security aufgreifen und im Sinne des Unternehmens interpretieren.“

Sage Summit – Organisation und Gesamteindruck

Die Organisation des Events war sehr gut hinsichtlich der Location, die mit dem McCormick Place in Chicago eine Instanz ist und das letzte Summit in New Orleans um das Dreifache an Größe und Besucherzahl übertraf. Chicago bietet für jeden etwas und ganz besonders für architekturinteressierte Menschen.

Sage Summit 2016

Zum krönenden Abschluss der Woche gab es noch ein Live-Konzert von „The Killers“ bei knapp 30 Grad und mit einer bravourösen Skyline des wunderschönen Chicago im Hintergrund.

Sage Summit 2016

Absolutely Great!

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