Big Data

Schluss mit „Our Little Magic“ – Big Data wird ernst! Teil 2

Bottom Line (ICT-Anwenderunternehmen):

Verlangen Sie von den Anbietern von Bit-Data-Technologien nicht nur eine konkrete Nutzenaussage, qualitativ oder sogar quantitativ, sondern setzen Sie Big-Data-Lösungen immer auch in einen Zusammenhang mit konkreten Prozessen in Ihrem Unternehmen.

Bottom Line (ICT-Anbieterunternehmen):

In Erweiterung zu dem Beitrag aus dem ICT-Newsletter 42/2016 möchten wir heute auf eine weitere Notwendigkeit in der technologischen Entwicklung hinweisen: prozessbezogene Big-Data-Technologien.

 

Im ICT-Newsletter 42/2016 haben wir über branchenspezifische Lösungen gesprochen, heute wollen wir hinzufügen, dass es dabei immer auch um Prozesse geht. Das heißt, Big-Data-Analysen, spaltenorientierte Datenbanken, Hadoop-Cluster und so weiter sind an sich keine Lösungen, die wie von Geisterhand eine tiefgehende Analyse liefern. Das gilt auch und vor allem dann, wenn auf den Folien des Anbieters wortwörtlich von „Our Little Magic“ gesprochen wird. Der Anwender muss hier also glauben, dass die präsentierte Software einen wirtschaftlichen Nutzen herbeizaubert. Aha.

Interessant für den Fortschritt des Unternehmens werden Big-Data-Technologien, wenn sie sich auf konkrete Unternehmensprozesse beziehen. So können beispielsweise verschiedene Lösungen aus dem Bereich der Social Analytics (siehe dazu auch unsere Anbieterbewertungen im aktuellen Social Business Vendor Benchmark) für den Bereich Human Resources und Recruitment eingesetzt werden, um nur ein Beispiel zu nennen.

Beispiele, wie Analytics Software, Dashboard-Lösungen, Speicherlösungen für unstrukturierte Daten und zielgerichteten, prozessorientierten Lösungen und Services sind Human-Resources-Prozesse. Daten aus Datenbanken zusammen mit unstrukturierten Daten aus Social Media und anderen Quellen können hier neue Erkenntnisse beim Talent Management und Recruiting liefern. Einige Anbieter sind hier auf dem Markt aktiv und werden von Experton künftig noch stärker in die Analyse, unter anderem bei Anbietervergleichen im Big-Data-Umfeld, einbezogen. Ein Vertreter in diesem Thema ist Cornerstone, der unter anderem eine eigenständige Datenbankentwicklung betrieben hat, um die entsprechenden Services anzubieten.

Nicht direkt mit sehr großen Datenmengen, aber teils mit stark unstrukturierten Daten haben Anbieter von Lösungen für das Business Process Design und -Management zu tun. Hier können Daten aus großen öffentlichen Registern beispielsweise helfen, Zielgruppen genauer zu analysieren und den Prozess der Zielgruppendefinition und des CRMs völlig neu gestalten, mit Auswirkungen auf das Kampagnenmanagement. Implisense für das Durchforsten von Unternehmensdaten sowie beispielsweise Signavio oder Inspire für die Entwicklung von Geschäftsprozessen. Big-Data-Technologien können hier immer auch einen Nutzen bringen, durch die Visualisierung komplexer Zusammenhänge wie durch die Verarbeitung sehr großer Daten, z.B. aus Sensor- oder IT-Betriebsdaten gestützte Prozessstatusinformationen.

Ebenfalls sehr deutlich werden prozessorientierte Big-Data-Szenarien im Bereich E-Health. Es geht nicht immer gleich um das Verbannen von Plagen der Menschheit oder um den Sieg über den Krebs, wie es manche Anbieter gerne kolportieren. Big-Data-Techniken können auch „ganz einfach“ die Betreuung von Herzpatienten sein: Möglichst viele Kardiodaten werden an den betreuen Arzt übermittelt, aber Big-Data-Analytics melden rechtzeitig auffällige Datensätze, so dass der Arzt entscheiden kann. Entsprechende Pilotprojekte gibt es schon längst. Die Deutsche Telekom ist hier ein Pionier gewesen.

In Fertigungsunternehmen muss es auch nicht immer ein „Predictive Maintenance“-Anwendungsszenario sein. Es hilft, hier gemeinsam mit allen Beteiligten und gegebenenfalls externen Spezialisten darüber nachzudenken, welche Daten einen bestimmten Prozess beeinflussen. Das Ergebnis ist dann eine Veränderung der Abläufe und Verträge in der Supply-Chain, weil die Analysen ergeben haben, dass eine Relation zwischen Lieferant und Wetter die Ausbeute im Verarbeitungsprozess beeinträchtigen kann.

Ob Big-Data-Technologien nun also die SCM-Prozesse oder Marketing-Kampagnen oder HR-Prozesse unterstützen – weder „magic“ noch allzu blumige Erfolgsverheißungen bringen dem Anwender einen Nutzen. Experton unterstützt mit den Erfahrungen aus zahlreichen Projekten in verschiedensten Industriezweigen Anbieter wie Anwender bei der Identifikation der Prozesse und der hilfreichen (Big-Data-)Technologien. Schreiben Sie bei Interesse bitte an holm.landrock@experton-group.com

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