Digital Transformation

Status quo der Digitalisierung in Deutschland – Teil 2: Digitalisierung ist Chefsache und muss strategisch angegangen und kulturell unterstützt werden – der Chef ist nur meistens Traditionalist und muss unterstützt werden

Im Newsletter KW 37 konnten Sie den ersten Teil dieses Beitrages lesen. Heute bringen wir den zweiten und abschließenden Teil.

Roadmap und Handlungsanweisung für die digitale Transformation

Eine einheitliche Roadmap für die erfolgreiche Transformation kann prinzipiell keinem Unternehmen an die Hand gegeben werden. Der Grund liegt in der Komplexität und den schier unbegrenzten Möglichkeiten, das eigene Business zu optimieren oder gar völlig neue Wege zu beschreiten.

Technologische Voraussetzungen sind das Fundament, aber: Viele Unternehmen sehen in der Digitalen Transformation ein reines IT-Thema – dies ist falsch. Es ist in großen Teilen auch Change Management und das Hinterfragen von Kundenwünschen bzw. die Bereitschaft, tatsächlich die Meinung beim Kunden aktiv zu erfragen und aus Fehlern zu lernen.

Bei der Frage nach der Roadmap bzw. der Priorisierung muss jedes Unternehmen individuell und in Abhängigkeit der Ziele bzw. Visionen sowie dem Reifegrad in traditionellen Services bzw. Prozessen einen erreichbaren Pfad mit Erfolgsaussichten auf die Beine stellen. Dabei zählt in der heutigen Zeit auch das veränderte Projektmanagement im Sinne der Agilität und micro-service-orientierten Lieferung von Services oder Produkten, die immer häufiger modular aufgebaut sind. Die Zielerreichung kann also nicht mehr mittels starrer Projektpläne realisiert werden. Diese gehören längst der Vergangenheit an! In agilen Unternehmen ist zunehmend der „Scope“ variabel und nicht mehr das Budget und die Zeit:

IT-Trendzusammenspiel und Change Management

Die Kunst der erfolgreichen digitalen Transformation liegt nicht selten in einer modernen IT-Infrastruktur – 59 Prozent der Anwenderunternehmen sind hier unzureichend aufgestellt. Ferner ist das Beherrschen moderner Technologie die Basiskomponente auf dem Weg zur Digitalisierung. Die Frage lautet also, wie viel Cloud/Social/Big Data/Mobile Enterprise/Cyber Security/IoT und Digital Workspace darf es sein, und worin ist man bereits gut aufgestellt?

Zur Klärung der Priorisierung und nötigen Schritte ist es eine Grundvoraussetzung, einen umfangreichen Prozess-Review aufzusetzen und neue Strukturen auf Führungsebene einzuziehen. Die Folge ist eine Anpassung der Aufbauorganisation, die beispielsweise auch neue cloud-basierte Ökosysteme im Partnergeschäft beherzigen muss, um nicht sang- und klanglos unterzugehen.

Verantwortlichkeiken – Wer steuert den „Kahn“?

Enabling Digital betrifft das ganze Unternehmen und im speziellen die IT. In der Vergangenheit waren meist die Geschäftsführung und der CIO gefordert, die Big Projects zum erfolgreichen Abschluss zu bringen. Dies ist zwar noch immer so, doch braucht es heute weitere Fachkräfte wie Business-Analysten und Enterprise-Architekten sowie auch den Spirit junger Gründer. In vielen Fällen muss das IT-Budget massiv aufgestockt werden und nicht wie in alten Zeiten gedrückt werden. IT ist inzwischen ein Produktionsfaktor, so dass aktuelle Fallbeispiele aus der Wirtschaft zeigen, dass in einigen Fällen auch eine Versiebenfachung dieses Budgettopfes zum Erfolg führen kann. Zum Vergleich: Durchschnittlich liegt das IT-Budget bei 1,8 Prozent des Umsatzes – Tendenz steigend.

Vorwiegend ist die IT- und Unternehmensführung in relevante Projekte und die künftige Strategieausgestaltung involviert – Digitalisierung kann aber nur über Prozess-Owner und Fachabteilungen hinweg funktionieren. Es müssen daher CEO, CMO, CIO und CDO zusammenarbeiten und darüber hinaus auch neue Enterprise- oder gar Business Architekten hinzuziehen. In einigen Fällen ergibt es auch Sinn sogenannte Evangelists und Ambassadors sowie Entrepreneurs zu involvieren, um den Mut und den Antrieb für neue Wege zu schüren – der Mensch bzw. Mitarbeiter muss nämlich stets den Benefit sehen, um sich zu engagieren. Dies wird gerade in IT-getriebenen und -gemanagten Projekten vergessen. Zudem will die Mehrheit der Menschen geleitet werden und hat kein Interesse, die eigene Komfortzone ohne den Ausblick auf eigene Vorteile zu verlassen.

Walled Garden oder Open Source?

Zeit ist in dem hektischen Wandel, der oftmals durch Ad-hoc-Entscheidungen und fehlende Weitsicht geprägt ist, das kostbarste Gut für viele unter uns. Die ständige Veränderung und zunehmenden Einflüsse durch schnelle und soziale Medien treiben immer mehr Menschen in Krankheiten wie das Burnout-Syndrom. Das Abschalten und Losreißen aus dem digitalen „Kommunikationswahnsinn“ hat uns bislang kaum jemand beigebracht.

Bezogen auf die Auswahl der IT-Lösung führt Überforderung sowie fehlende Kompetenz und fehlender Überblick im Unternehmen schnell zu einem Vendor Lock-in. Diese Gefahren bestehen seit den 90er Jahren und haben nach wie vor auch im Kontext der Digitalisierung Bestand. Die häufig fehlende Strategie im Thema Digitalisierung und der Fokus auf kurzfristige Ziele und Themen (Bottom-up- statt Top-down-Strategie) führt zu Ad-hoc-Entscheidungen und schlechtem Sourcing – somit besteht hier eine große Gefahr, sich in der Zuflucht bzw. dem Wunsch nach Hilfe durch Alles-aus-einer-Hand-Angebote verführen zu lassen und somit in einen starken Vendor Lock-in zu geraten.

Experton/ISG hat sich genau auf diese Herausforderungen der Marktteilnehmer (IT-Anbieter und –Anwender) spezialisiert und bietet nicht nur Digital Readiness Assessments zur Orientierung an, sondern ein nahezu komplettes Portfolio für das Go-to-Market und die nötige Portion strategisches Digital Sourcing. Kommen Sie auf uns zu – wir helfen Ihnen gern!

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