Benchmarking, Cloud Computing

Der Markt für IaaS Public Cloud wird immer lichter – Ergebnisse des Cloud Vendor Benchmarks

In der siebten Auflage ihres unabhängigen Anbietervergleichs „Cloud Vendor Benchmark“, den Experton Group in diesem Sommer vorstellte, wurde u.a auch der deutsche Anbietermarkt für IaaS Public Cloud untersucht.

Der Markt

IaaS als Public-Cloud-Infrastruktur, mit Rechenleistung und Speicherressourcen auf Knopfdruck, wächst von derzeit 600 Mio. Euro bis 2019 auf knapp zwei Mrd. Euro an. Im Schnitt verzeichnet der Infrastruktur-Markt aus der Public Cloud ein hohes durchschnittliches Jahreswachstum von mehr als 30 Prozent. Public-Storage-Angebote als Reaktion auf Kundennachfragen, losgelöst von purer Rechenleistung, beflügeln diese Entwicklung zusätzlich. Bis 2020 könnten schon 30 Prozent der Workloads in die Cloud abgewandert sein.

  • Leichter Zugang über Test & Trial-Versionen und Preistransparenz
  • Leistungsfähige und extrem elastische RZ-Infrastruktur (lokaler Standort vorteilhaft, globales Netz)
  • Breitgefächertes Portfolio an Infrastruktur-Services (Compute Power, Storage für File Services, Netzwerk, Backup etc.)
  • Hoher Allokations- und Automatisierungsgrad der Plattform
  • Optionale Viren-Scanner, Vulnerability Scans und Intrusion Prevention
  • Automatisierte Rollouts, Failover-Konzepte und Anti-DDoS-Services
  • Nutzungsabhängige Bezahlung – PAYG sowie reservierte Ressourcen mit automatischem «Uplift» zum dynamischen bzw. hochgradig elastischen und teuren Ressourcen-Pool
  • Hohe Nutzerfreundlichkeit der Admin-Oberflächen – „ease of use“
  • Bereitstellung von Standards und Mechanismen zur Sicherstellung von Performance (CDN-Services) und Sicherheit (Public Internet Bypassing Tools)
  • Breites Partner & Ökosystem
  • Template Libraries mit vorkonfigurierten Virtual Appliances oder Apps
  • Sicherstellung von Integration & Interoperabilität über API
  • Angebot von Datenbank-Tools sowie Block-Storage
  • Angebot von Container Services für leichte App-Migration
  • Angebot von dedizierten Ressourcen für sensible Workloads

Trends

Selbst in diesem hoch virtualisierten und automatisierten Markt rücken die Anbieter stärker an die Kunden in Deutschland heran. Dies zeigt sich zum einen darin, dass immer häufiger auch der Betrieb aus Data Centers in Deutschland angeboten wird, um so den Datenschutzbedenken der (potenziellen) Kunden Rechnung zu tragen (was sich auch günstig auf die Latenzzeiten auswirkt).

Das betrifft nicht mehr nur einen HyperScaler wie AWS, sondern auch Microsoft, die mit T-Systems als Treuhänder der Azure Cloud einen Vertrag geschlossen haben. Darüber hinaus kooperiert auch die CANCOM/Pironet mit IBM und nutzt strategisch Softlayer-Ressourcen der Public Cloud neben dem eigenen Rechenzentrum. Viele Lösungen im SaaS- und auch PaaS-Umfeld nutzen schon heute die AWS-Cloud, um eine performante Cloud als Fundament zu haben. Dies trifft bspw. auf eine Software AG oder SAP im SaaS-Thema genauso zu wie auf Salesforce im Bereich aPaaS mit dem Produkt Heroku.

Ableitungen

Die Public Cloud wird nach den First Movern wie bspw. den Entwicklern und Medienunternehmen sowie den Fachabteilungen für Marketing auch für den anspruchsvollen Enterprise-Kunden einer stark regulierten Branche interessant. Der weiteren Markterschließung dienen auch die Ausweitung des indirekten Channels und die Kooperation mit Beratungs- und Integrationspartnern, die sich über die Kooperation selbst kannibalisieren, um sich langfristig ein funktionierendes Geschäftsmodell zu stützen. Dieser Innovationskraft von oftmals US-zentrierten Technologie-Riesen kann kein lokaler Player aus Deutschland im Alleingang Paroli bieten. Das Aufrüsten der Clouds im Rahmen von Blockchain-Funktionen zeigt zusätzlich welche disruptive Kraft die Technologie auf unseren Wirtschaftskreislauf und letztlich nicht nur die Finanzwirtschaft sondern auch traditionelle Branchen wie die Intermediäre hat. Möchten lokale Service Provider in den neuen Märkten langfristig mitspielen, heißt es, sich an die Seite dieser Anbieter zu stellen.

Anbieter-News

Der Markt wird immer lichter und nicht nur technologisch anspruchsvoller, sondern auch finanziell umkämpfter. Lokale Anbieter schaffen es immer seltener mit den Hyperscaler-Riesen Stand zu halten. Daher sind Host Europe und auch HP(E) aus diesem Markt ausgetreten. Während der Research Phase verkündete auch Verizon nicht mehr in dem Markt der Public Cloud Anbieter mitspielen zu wollen. Weitere werden sicherlich noch folgen.

Bis dahin steigen aber auch neue Player wie bspw. Cloud Sigma und vor allem die Deutsche Telekom bzw. T-Systems mit Nachdruck und einer strategischen Partnerschaft (Huawei) in den zukunftsträchtigen IaaS Public Cloud-Markt ein. Speziell die Deutsche Telekom hat sich zum Ziel gesetzt den IaaS Pionier AWS preislich zu unterbieten und dabei auf Open Source zu setzen.

Die Experton Group identifizierte im deutschen Markt insgesamt 16 Unternehmen als relevante Anbieter für IaaS – Public Cloud (Self Service). Davon konnten sich sieben Provider im Leader-Quadranten positionieren. Diese sind:

  • AWS
  • Atos (CANOPY)
  • Google
  • IBM
  • Microsoft
  • T-Systems
  • Oracle

Als Rising Star wurde 1&1 bewertet.

Positionierung der Anbieter von IaaS Public Cloud in Deutschland. Quelle: Experton Group AG, 2016.

Abbildung: Positionierung der Anbieter von IaaS Public Cloud in Deutschland. Quelle: Experton Group AG, 2016.

An dieser Stelle möchten wir auch auf einen interessanten Beitrag von Bernd Schäfer (Managing Director von ISG Germany) zu Cloud Readiness Assessments hinweisen. Sie finden den Beitrag hier.

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